Verliebt

Also nee, da geht man mal ans Telefon, babbelt ein paar Stunden mit jemandem. Dann trifft man sich mit dem und dann haut es einen um! An sich ja nichts schlechtes.

Aber wenn dieser jemand sich plötzlich einbildet er hänge an der Frau, von der er sich eben trennte, das ist ungesund für die Psyche. Einerseits will man die Stimme hören, mit dem Menschen zusammen sein und ihn sehen und fühlen und so - ihr kennt das ja, was man so möchte, wenn man verliebt ist - andererseits willste gehen und nichts mehr mir dem zu tun haben. Also biste ein wenig hin und hergerissen, da es einfach gut tut mit diesem Jemand zu telephonieren.

Tja, wenn da diese dusselige Eifersucht nicht wäre. Eigentlich ist man ja nicht eifersüchtig. Wozu auch, man hat ja Partner und so. Vertrauen, Liebe, Zweisamkeit. Aber wenn der neue Auserwählte nicht will? Hui. Freunde sein. Aaargh! Da muß ich aber ganz schön meine Bedürfnisse zurückschrauben. Und was wenn er plötzlich mit einer Trulla im Arm auftaucht? Das sind so Gedanken, die geh'n ja mal grad gar nicht.

Äußern darfste deine Eifersucht nicht, ist ja "nur" ein Freund, du könntest ihn verärgern und dann isser wech. Zudem ist es ja sein Leben. Außerdem, ist es Liebe ihn das machen zu lassen was er möchte.

Sind ja laut Wissenschaft nur noch ein paar Monate, maximal 36, dann ist man nicht mehr verliebt. Da kann ich ja noch hoffen.

Einfach Schlußstrisch ziehen ist irgendwie auch nicht. Dann würde etwas fehlen, denn vor dem Treffen war es ja auch nur Freundschaft. Bringt auch nicht wirklich was, der Liebeskummerschmerz ist genauso lange da. Dann kann man den wenigsten bei nem Freund ausleben.

Lieber A. Bin froh, daß es dich gibt. Du hilfst mir sehr. Dein Korb ist zwar verständlich, tut aber dennoch weh. Und so richtig glauben deinen Worten kann ich nicht.  Ich baue darauf, daß das mit uns wirklich was festes wird, also jetzt nicht liebesmäßig sondern freundschaftlich. Mit dir könnte ich mir das eine oder andere Abenteuer vorstellen ; )

 

16.9.07 02:50, kommentieren

Zuviel

Ich bin jetzt einige Jahre als Blauwal an Land auf dieser Erde unterwegs . Jedes Jahr schwor ich mir: Spätestens bevor du ein Jahr älter wirst, gehst du zum Arzt und läßt dir helfen. Dieses Jahr ist es soweit gewesen. Am 15. Juni 9.45h hatte ich den ersten Termin. Bissele Fettleber, erhöhte Blutfette, grenzwertigen Blutdruck, Ultraschall, Organe okay, schaffste nur 10 Minuten Radfahren, total kaputt, aber am Leben. Wunderbar, was willste mehr.

145,4 kg! Jau, das ist definitiv sogar 6 Kilo mehr als letzten Sommer. Man war ich wieder fleißig! Hat es doch endlich gewirkt, daß ich mir jede Treppe erspare, jede Karotte verkneife, jede Strecke mit dem Auto zurücklege, mich nicht bewege, stumpf vorm Rechner sitze und futtere?

Qualle sag ich nur. Die Ärztin zerfließt vor Mitleid, es gibt tatsächlich Abnehm-Programme dafür bin ich... höhö... zu fett! (Mobilis/Barmer) Jau, so soll es sein. Die Fetten müssen mehr Krankenkasse zahlen, die kriegen ja so böse fettbedingte metabolische Syndrome und belasten die Kassen, aber wenn die dagegen was unternehmen wollen: Nönö, mach ma selber. Ess ein Knäckebrot und trink Schwarztee. Japp, das habe ich auch schon gehört.

Und ich soll zu einer Ernährungsberaterin gehen. Aha, will die mir erzählen, daß eine Karotte gesünder ist als eine Tüte Chips? Hola?! Ich habe mein Abitur an einem ernährungswissenschaftlichen Gymnasium abgelegt, ich habe mit dem Citronensäurezyklus täglich im Bett gelegen, habe tausende Fette und Lipide gespalten, Alkohole und Ester geküßt und nun soll ich das plötzlich alles vergessen haben?

Ja, sind wir Fetten denn blöde? Raucher wissen auch, das Rauchen nicht gesundheitsfördernd ist. Säufer wollen auch die Finger vom Alkohol lassen. Ich bin überzeugt, sobald die Kippe aus, der Durst gelöscht ist, wird geschworen, daß das das letzte Mal war, etwas vom Suchtmittel zu sich zu nehmen. Genau wie bei mir mit dem Essen. Wenn ich satt war habe ich die besten Diäten geplant ; )

Also, ab zur nächsten Ärztin. Ulkig. Die will mich unbedingt operieren. Ey, geht's noch? Man hat mir noch nie ärztlich geholfen, warum soll ich gleich die schlimmste Maßnahme an mir vornehmen lassen? *Röchel* Ich und 'ne OP!

Dieser abschätzige Blick: "95% aller Versuche, auf konventionellem Wege abzunehmen scheitern! 95%!" Der Blick sagte alles: "Du gehörst auch dazu!" Ich? Kennt die mich? Weiß die was ich alles schon geschafft habe? Ich gehöre zu den 5%! Je niedriger die Chance, desto mehr Grund mich anzustrengen. Die Dame weiß gar nicht, was sie mit dem Satz Gutes getan hat. Sie hat meinen Siegeswillen herausgefordert. Paßt scho!

Mein bester Freund ist meine rechte Hand! Jaja, dafür auch *grins* aber ich meinte etwas anderes. Ich gehe mit Heißhunger zum Schrank, der so leckere Flips verspricht, die da ein Dussel mal reinsteckte (Ich war's nicht, ich habe sowas meist vermieden). Ich öffnete voller Lust die Tür, sah dieses Erstrahlen der roten Packung, legte meine rechte Hand drauf und fühlte die kleinen Beulchen der Flips unter der Plastiktüte. Ich streckte meine Hand in die Höhe, alle 5 Finger weggespreizt und sagte laut: Fünf!

Fünf! Ja, fünf. Habe ich Gelüste, geht die Hand hoch: Fünf! Fünf ist Trümpf! (ein Lehnspruch. Die Älteren wissen woher. Na woher?) Mitten in der Nacht, ich dackel zum Kühlschrank, knall 4 Brote auf den Herd, schmeiß Käse drauf, pack alles zu einem Stapel zusammen, will ins WoZi gehen, öffne den Kühlschrank und sortiere alles wieder auseinander. Ui, da wäre ich doch fast schwach geworden. Ich verhöhne mein schwarzes Teufelchen auf der linken Schulter, daß mir immer wieder sagen möchte: "Iss! Auf das bißchen kommt es nun auch nicht mehr an!" Tja. Aber ich weiß, daß ich es am nächsten Tag bereuen werde, also laß ich es.

Noch ein Arzt. Bochmal wiegen. Diesmal 28.8. Ich fühle mich so um ein, zwei Kilo leichter. Ob die Waage mich aushält? Was? Wieviel? Öh... ui... 137.4!! Na, das ist doch was! Fünf!

 

 

 

11.9.07 11:17, kommentieren